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Nachgefragt: Dr. Annelie Tallig

Warum sollte ich mich als Gründer für Schleswig-Holstein entscheiden?

Dr. Annelie Tallig:  Es hat sich in Schleswig-Holstein in den letzten Jahren viel getan. Wir entwickeln eine lebendige Gründungskultur und bieten ein sehr breites Angebot an Förderung und Finanzierung. So haben angehende überzeugende Unternehmer mit einer guten Idee Chancen, ein Gründungsstipendium zu erhalten. Später ist Beteiligungskapital der MBG aus dem Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein II eine gute Möglichkeit der Finanzierung.

Wer eine überzeugende Idee hat, findet vielleicht auch einen Investor bei den Baltic Business Angels. Das Business Angels Netzwerk für Schleswig-Holstein wird von der WTSH im Rahmen des vom Land geförderten Innovationsorientierten Netzwerkes StartUp Schleswig-Holstein sukzessive aufbaut. Wir haben 2017 damit begonnen und das Netzwerk wird immer stärker.

Weil der Konkurrenzkampf unter den StartUps in unserem Bundesland nicht so groß ist, wie beispielsweise in einer Metropole wie Berlin, haben Gründer natürlich auch einfach bessere Chancen auf eine Förderung beziehungsweise Finanzierung. Zudem hören wir immer wieder, dass man sich in unserem Bundesland relativ einfach und schnell vernetzen kann. Die Wege sind kurz. Man kennt sich eben. Und das ist für den Start in die Selbstständigkeit Gold wert.

 

Wieviel Mut brauchen die Gründer, um den Start in die Selbstständigkeit zu wagen?

Dr. Annelie Tallig: Mutig sind sie alle. Aber es sind sicher unterschiedliche Hürden zu über winden und Mut ist auch immer etwas sehr Persönliches. Wenn ich direkt aus dem Studium komme, sind es vielleicht Freunde oder Eltern, die mir abraten. Diese noch relativ jungen Menschen müssen dann viel Selbstbewusstsein und starken Willen mitbringen, um ihren Weg zu gehen. Wer schon eine Weile im Job ist, vielleicht eine Familie gegründet und/oder ein Haus gebaut hat, braucht eine andere Art von Mut.

 

Was ist eher hinderlich auf dem Weg zum eigenen Unternehmen?
Dr. Annelie Tallig: Man sollte nicht zu perfektionistisch in der Entwicklung eines Produktes
oder einer Dienstleistung sein. Wer zu lange wartet, verliert wertvolle Zeit. Irgendwann muss
man ins kalte Wasser springen und an den Markt gehen.